Entstehung von DATEV pro
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DATEV pro - die neueste Technik für Wirtschaftstreuhänder
Derzeit vollzieht sich in der Software-Branche ein Technologiesprung, der ähnlich tief greifend ist, wie es der Wechsel von DOS- auf Windows-Programme in den 90er Jahren war. Seit dieser Zeit wurden hinsichtlich des Funktionsumfangs und des Bedienkomforts der DATEV-Programme kontinuierlich Verbesserungen vorgenommen. Außerdem ist die Zahl der Softwareprodukte der DATEV über die Jahre deutlich angestiegen - auf inzwischen mehr als 200 Windows-Anwendungen. Die stetigen gesetzlichen Änderungen, funktionalen Erweiterungen und Verbesserungen haben auf Seiten der Programmstruktur allerdings auch Auswirkungen, durch die die herkömmliche Software-Architektur an ihre Grenzen stößt.
Die Basis für DATEV pro bilden daher zwei moderne technische Konzepte: eine Serviceorientierte Architektur (SOA) und ein Mehrschichten-Modell, verbunden mit der technischen Umsetzung in der Software-Plattform .Net (sprich DotNET) und einer großen Integrationstiefe.
Zukunftsfähige Software-Architektur
Unter einer Serviceorientierten Architektur wird ein Modell verstanden, in dem sich Softwarelösungen aus einer Menge von lose gekoppelten, grob-granularen technischen und betriebswirtschaftlichen Services zusammensetzen. Ein solcher Service ist ein Software-Modul, das durch klar definierte Schnittstellen bestimmte Funktionen anbietet. Im Unterschied zur bisherigen Architektur sind Funktionen, die in mehreren Programmen benötigt werden, dann nur noch einmal im gesamten System vorhanden. Das zweite wichtige technische Konzept ist die verteilbare Mehrschichten-Architektur. Grundsätzlich ist darunter die Trennung von Oberfläche, Business-Logik und Datenhaltung einer Anwendung zu verstehen. Auf Basis dieser Entkopplung wird die Entwicklung flexibler und einzelne Funktionen - beispielsweise wartungsintensive Berechnungslogiken - lassen sich perspektivisch optional auf die Server im DATEV-Rechenzentrum verlagern, wo Updates dann schnell zentral aufgespielt werden können.
Es war eine große Herausforderung für die Entwickler, die komplette DATEV-Programmwelt gemäß dieser Konzepte zu überarbeiten. Die Softwarepalette der DATEV umfasst unterschiedlichste Programme und Spezialfunktionen, vornehmlich für die Bereiche Rechnungswesen, Personalwirtschaft, betriebswirtschaftliche Beratung, Steuern, Enterprise Resource Planning (ERP) sowie Organisation und Planung. Jede Anwendung der Windows-Software-Linie besitzt einen eigenen Datentopf und verfügt über zahlreiche Programmverbindungen, damit die Programme auch als Gesamtsystem reibungslos funktionieren. Auf Basis der SOA-basierten Struktur wird dieses Zusammenspiel unter der Oberfläche bedeutend vereinfacht und standardisiert. Zusätzlich werden Datentöpfe zusammengeführt, so dass der Integrationsgrad auch aus der Anwender-Perspektive deutlich steigt.
Der Anwender im Mittelpunkt des Entwicklungsvorhabens
Um die DATEV pro-Software so praxisnah wie möglich aufzubauen, hat die Genossenschaft ihre Mitglieder sehr intensiv in den Gestaltungs- und Reifeprozess eingebunden. Mittlerweile wurden über 6.500 Anwender auf Basis modernster Methoden der anwenderorientierten Entwicklung (User-Centered Design) beteiligt - beispielsweise in Benutzerlaboren, im Rahmen von Focusgruppen und Feldstudien. Hierbei kamen moderne Techniken zum Einsatz, wie z. B. das Eye-Tracking, die Persona-Methode zur Beschreibung archetypischer Anwender, GOMS (goals, operators, methods and strategies)-Messungen zur Analyse und Verbesserung der Workflow-Orientierung und die kartengestützte Analyse von Anwendungsszenarien.
Diese Methoden, die unterschiedliche Aspekte der Nutzung beleuchten, zielen generell darauf ab, eine Software ganzheitlich auf alle produktrelevanten Bedürfnisse der Nutzer auszurichten. Bei der DATEV pro-Linie halfen sie konkret, die Programme auf die besonderen Anforderungen und Arbeitsabläufe der Anwender maßzuschneidern und gleichzeitig eine einfache, möglichst intuitive Bedienbarkeit zu realisieren. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen dabei direkt in die Entwicklungsarbeit ein. Sie halfen den Entwicklern, insbesondere die Funktionalität und Ergonomie der Software zu optimieren.
Darüber hinaus wurde DATEV pro im Rahmen einer umfassenden Pilot- und Stabilisierungsphase bei rund 1.000 Kunden im Arbeitsalltag auf Herz und Nieren getestet. Um in dieser Phase das Ohr ganz eng am Anwender zu haben, begleiteten mehr als 60 DATEV-Kanzleiprozess-Spezialisten diese Mitglieder an über 2.000 Tagen beim Einstieg in DATEV pro vor Ort. Ein großes Augenmerk lag nicht nur bei diesen Besuchen, sondern bereits bei der Entwicklung der Software darauf, dass der Übergang für den Nutzer harmonisch läuft. So erfolgt beispielsweise die Umstellung der Daten im Rahmen der Installation, ohne dass Benutzereingriffe nötig sind. Zusätzlich stehen dem Anwender vielfältige Informationsmedien für den einfachen Umstieg zur Verfügung.
Moderne Software-Welt
Grundsätzlich müssen die DATEV-Anwender nicht an einem Stichtag umstellen. Auch nach der Freigabe von DATEV pro werden die bisherigen Programme für einen ausreichend langen Übergangszeitraum weiter gepflegt, damit die Kanzleien einen Korridor haben, in dem sie ihren Umstieg individuell planen und vollziehen können. Während dieses Übergangszeitraums pflegt die DATEV daher die Produktlinien beider Architekturen parallel.
Die nächste große Herausforderung für die DATEV betrifft nun die Mitarbeiter im Service und Vertrieb. Sie werden alles dafür tun, den Anwendern den Umstieg so einfach wie möglich zu machen. Auch bei intensiven Vorbereitungen und höchster Produktqualität bleibt die Einführung eines zukunftsfähigen Architekturkonzepts für einen Anbieter mit einer so differenzierten Softwarepalette und einer relativ heterogenen Anwenderstruktur immer eine anspruchsvolle Aufgabe. Doch in Nürnberg ist man zuversichtlich, diese im konstruktiven Zusammenspiel mit den Anwendern zu meistern - ganz getreu dem Unternehmens-Motto "Zukunft gestalten. Gemeinsam."
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